Dipl.-Ing. Dagobert Baumann

Kleinkläranlagen kaufen und betreiben

Ein leicht verständlicher Ratgeber der biologischen Grundlagen
und der Anlagenvielfalt.


Tropfkörperkläranlagen haben eine lange Tradition und sind seit etwa 30 Jahren bekannt. Behältergrößen und Einbautiefen sind im Verhältnis zu den meisten anderen Systemen relativ hoch. Die technische Ausstattung besteht aus 2-3 Pumpen und 1-2 Schwimmerschaltern. Tropfkörperanlagen gehören zu den Systemen, die zur biologischen Reinigung einen Biofilm aufbauen. Die Reinigungsleistung beschränkt sich in der Regel auf die Ablaufklasse C (Kohlenstoffabbau).


Systemmerkmale:
Als Biofilmträger werden meist Füllkörper aus Lavaschlacke oder Kunststoff verwendet. Die Füllkörper sind nicht getaucht, sondern werden vom Wasser durchrieselt. Die Füllkörper liegen auf einem Rost und haben eine Mindestfüllhöhe von 1,50 m. Das Abwasser aus der Vorklärung (Faulgrube) gelangt über eine Tropfrinne gleichmäßig auf die Oberfläche. Zur besseren Verteilung auf der Oberfläche wird das Wasser schwallweise aufgebracht. Dies geschieht meist über eine Kipprinne, die bei Füllung mit Wasser den Inhalt in die Tropfrinne schwallartig entleert. Unterhalb des Füllkörpers wird das Wasser aufgefangen und über eine Pumpe in ein Nachklärbecken gefördert. Ein Teil des Wassers aus dem Nachklärbecken wird in die Vorklärung zurückgepumpt und der Kreislauf beginnt von neuem. Da die Pumpe am Boden des Nachklärbeckens steht, wird hier gleichzeitig der hier abgelöste Bioschlamm in die Vorklärung gefördert. Das überschüssige Wasser aus dem Nachklärbecken fließt als gereinigtes Abwasser ab. Einige Anlagen fördern einen Teil des abgetropften Wassers über eine Sprüheinrichtung wieder auf die Oberfläche der Füllung.

Besonders zu beachten:
Es muss darauf geachtet werden, dass keine Grobstoffe und Schlamm aus der Vorklärung auf den Tropfkörper gelangen. Es liegt eine Verschlammung vor, wenn sich auf der Tropfkörperoberfläche Pfützen bilden. Da die Biomasse mit Luftsauerstoff versorgt werden muss, kann eine Verschlammung zu Faulprozessen und zum Absterben der Biomasse führen. Der optimalen Verteilung des Abwassers auf der Oberfläche kommt besondere Bedeutung zu, da das Überleben des biologischen Bewuchses auf dem Füllmaterial von einer gleichmäßigen Nährstoffzufuhr abhängig ist. Um die Versorgung des Biofilms mit Luftsauerstoff zu sichern, muss eine natürliche Lüftung in allen Bereichen sichergestellt werden. Auf dem Tropfkörperboden kann sich Schlamm ansammeln, der bei Bedarf vom Wartungsdienst entfernt werden muss.


Kontrollen:
Der Betreiber sollte monatlich die Funktion der Kippeinrichtung kontrollieren und auf eventuellen Feststoffabtrieb aus der Vorklärung achten. Die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen müssen durchgeführt werden.