Dipl.-Ing. Dagobert Baumann

Kleinkläranlagen kaufen und betreiben

Ein leicht verständlicher Ratgeber der biologischen Grundlagen
und der Anlagenvielfalt.


Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Anforderungen an den Gewässerschutz steigen. Das bedeutet auch, dass die Anforderungen an die Reinigungsleistung von Kleinkläranlagen höher geworden sind. Die Behörden prüfen spätestens nach Ablauf der Einleitungserlaubnis, ob die Kleinkläranlage noch den gültigen Anforderungen entspricht. Ist das nicht der Fall, kann die Behörde eine Umrüstung der bestehenden oder den Neubau der Anlage fordern.

Eine Einrichtung zur Phosphoreliminierung lässt sich bei fast allen Anlagen gut nachrüsten. Bei SBR-Anlagen kann die biologische Leistung durch eine neue Software in der Steuerung verbessert werden. Die Nachrüstung einer Entkeimung mit der UV-Technik ist bei SBR-Anlagen ebenfalls einfach durchzuführen. Die seit einiger Zeit vorgeschriebene Spannungsüberwachung bei Netzausfall kann bei allen Anlagen nachgerüstet werden.

Eine Herausforderung für die Zukunft ist die Fernüberwachung von Kleinkläranlagen. Bei Unregelmäßigkeiten bekommt der Betreiber keine Alarmmeldung mehr, sondern der zuständige Wartungsbetrieb. Der wird die aktuellen Anlagendaten abfragen und die notwendigen Maßnahmen einleiten. Meist sind Unregelmäßigkeiten aus dem Umfeld der Kläranlage die Ursache einer Störung, die vom Betreiber direkt beseitigt werden kann. Ein kostspieliger Einsatz des Wartungsdienstes vor Ort kann in diesen Fällen vermieden werden.