Dipl.-Ing. Dagobert Baumann

Kleinkläranlagen kaufen und betreiben

Ein leicht verständlicher Ratgeber der biologischen Grundlagen
und der Anlagenvielfalt.


Phosphor ist ein Düngemittel, welches bei Einleitung in ein offenes Gewässer eine Überdüngung bewirken kann. Algenblüte mit nachfolgendem Sauerstoffmangel kann Gewässer umkippen lassen und ein Fischsterben hervorrufen. Aus diesem Grund sind die meisten kommunalen Kläranlagen mit Einrichtungen zur Phosphateliminierung ausgestattet. Alle hier beschriebenen Kleinkläranlagen können mit einer Einrichtung zur Phosphoreliminierung ausgestattet werden. Die amtliche Bezeichnung lautet P (Phosphateliminierung).

Systemmerkmale:
Bei Kleinkläranlagen wird zur Phosphateliminierung meist ein flüssiges Fällmittel eingesetzt. Das Fällmittel sorgt dafür, dass Phosphor von den Mikroorganismen aufgenommen wird und somit auch in der abgestorbenen Biomasse enthalten ist. Da diese Biomasse in der Vorklärung gespeichert wird, gelangt das Phosphor im Schlamm bei der Schlammabfuhr zur Nachbehandlung in die kommunale Kläranlage.

Das flüssige Fällmittel wird in Kanistern gelagert und mit einer Schlauchpumpe in festgelegten Mengen in die Kläranlage gefördert. Zur Behandlung von Anlagen bis 8 EW reichen meist 20 Liter Fällmittel für etwa 6 Monate. In diesem Fall werden der Fällmitteltank und die Technik in einen Freiluftschrank untergebracht.

Besonders zu beachten:
Der Fällmitteltank sollte mit einer Warneinrichtung ausgestattet sein, damit rechtzeitig nachgefüllt werden kann. Um Frostschäden zu verhindern, sollte der Freiluftschrank mit einer Schaltschrankheizung ausgestattet sein.

Kontrollen:
Funktionskontrolle der technischen Einrichtung und Überwachung der Kanisterfüllung.