Dipl.-Ing. Dagobert Baumann

Kleinkläranlagen kaufen und betreiben

Ein leicht verständlicher Ratgeber der biologischen Grundlagen
und der Anlagenvielfalt.


Man unterscheidet zwischen kommunalen und privat betriebenen Kläranlagen. In kommunalen Kläranlagen wird das aus Kanälen gesammelte Abwasser behandelt. Kommunale Kläranlagen werden behördlich überwacht und regelmäßig dem neuesten Stand der Technik angepasst. Die für die Abwasserbehandlung und Unterhaltung der Kanalsysteme anfallenden Kosten werden auf die Bürger umgelegt.

Kommunale Kläranlagen werden überwiegend als Belebungsanlagen gebaut, auf die wir später zurückkommen. Belebungskläranlagen haben relativ kleine Abmessungen und einen hohen Wirkungsgrad. Durch den hohen technischen Standard treten kaum noch Geruchsbelästigungen auf. Mit entsprechendem Aufwand lässt sich auch Badewasser-qualität erreichen. Kommunale Kläranlagen, die Regen- und Schmutzwasser gemeinsam behandeln, leiten bei starken Regenfällen Teile ihres Abwassers meist unbehandelt ab. Das gereinigte Abwasser wird überwiegend in größere Fließgewässer eingeleitet.

Bürgern, die noch nicht über ein Kanalnetz an eine kommunale Kläranlage angeschlossen sind, stellt sich die Frage, ob dies in absehbarer Zeit geschieht oder ob ein Anschluss nicht vorgesehen ist. Die Stadtverwaltung oder Gemeinde muss ein Abwasser-beseitigungskonzept erstellt haben, aus dem hervorgeht, ob und wenn ja, wann ein Kanalanschluss vorgesehen ist. Dieses Konzept wird in Zusammenarbeit mit den einzelnen Landesregierungen erarbeitet. Grundlage eines solchen Konzeptes ist eine Kostenvergleichsrechnung der verschiedenen Möglichkeiten der Abwassersammlung und die Prüfung, ob eine dezentrale Abwasserentsorgung mit privat betriebenen Klein-kläranlagen sinnvoll ist. Wirtschaftliche Überlegungen stehen hier meist im Vordergrund.