Dipl.-Ing. Dagobert Baumann

Kleinkläranlagen kaufen und betreiben

Ein leicht verständlicher Ratgeber der biologischen Grundlagen
und der Anlagenvielfalt.


Wartungen sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben und je nach Klärsystem innerhalb von 4 oder 6 Monaten zu wiederholen. Der Umfang der Wartungsarbeiten ist abhängig vom gewählten Klärsystem. Nicht nur die Funktionstüchtigkeit der technischen Ausstattung wird geprüft, sondern auch die biologischen Vorgänge. Der Aufwand für Wartungsarbeiten ist abhängig vom gewählten Klärsystem und von der Art der technischen Ausstattung. Sie sollten sich daher vor dem Kauf einer Anlage auch die Wartung anbieten lassen und im Falle der Beauftragung einen Wartungsvertrag abschließen.

Die durchzuführenden Arbeiten sind in der „Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung“ und in den Wartungsanweisungen der Produkthersteller beschrieben. Die durchgeführten Wartungsarbeiten und Ergebnisse werden in einem Wartungsbereicht eingetragen und auf Verlangen der zuständigen Behörde übermittelt. In einigen Fällen fordert die Behörde eine elektronische Übermittlung des Wartungsberichtes. Eine Software, die mit dem Wartungs-betrieb und der überwachenden Behörde kommuniziert, ist erhältlich.

Zur Durchführung der Wartung sind spezielle Kenntnisse erforderlich, die durch entsprechende Lehrgänge bei anerkannten Bildungsstätten und bei Anlagenherstellern erworben werden können. In der Zulassung wird gefordert, dass nur fachkundiges Personal Wartungsarbeiten durchführen darf. Lassen Sie sich den Fachkundenachweis des Wartungsmonteurs zeigen.

Die Leistungsfähigkeit der Kleinkläranlage wird durch Analysen bescheinigt. Hierzu wird eine Probe des gereinigten Abwassers entnommen und vom Wartungsbetrieb oder einem anerkannten Labor ausgewertet. Die in der „Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung“ aufgeführten Grenzwerte der Wasserparameter müssen eingehalten werden.

Der Wartungsmonteur stellt auch fest, welche Schlammmenge sich in der Vorklärung angesammelt hat und bestimmt den Zeitpunkt der Schlammabfuhr. Mindestens alle drei Jahre ist die Vorklärung komplett zu entleeren, da nach dieser Zeit der Schlamm am Boden des Behälters zunehmend vererdet und daher nicht mehr pumpfähig ist. Die in der Vergangenheit übliche regelmäßige Abfuhr des Vorklärschlamms wurde bei fast allen Gemeinden abgeschafft.