Dipl.-Ing. Dagobert Baumann

Kleinkläranlagen kaufen und betreiben

Ein leicht verständlicher Ratgeber der biologischen Grundlagen
und der Anlagenvielfalt.


Die in Haushalten anfallenden Abwassermengen sind abhängig von den Lebensgewohnheiten der Bewohner. Für die Auslegung von Kläranlagen wird die einwohnerbezogene Abwassermenge, die an einem Tag anfällt, angenommen. Die anfallenden Wassermengen pro Einwohner liegen meist zwischen 80 l und 150 l pro Tag. Zur Anlagenbemessung werden immer 150 l angenommen. Kurzzeitige Überschreitungen der angenommenen Wassermenge führen nicht zu einer Störung, da dies bei der Konstruktion der Anlagen berücksichtigt wurde.

In Kleinkläranlagen dürfen nur Abwässer aus dem Haushalt eingeleitet werden. Regenwasser oder Drainagewasser bezeichnet man als Fremdwasser, dass nicht in die Kläranlage eingeleitet werden darf. Bei hohem Grundwasserstand ist darauf zu achten, dass in Grundleitungen und Schächten kein Wasser von außen eindringen kann. Zur Ableitung des gereinigten Abwassers sind die Unterkanten von Sickerrohren oder Sickerschächten mindestens 1m über dem höchsten Grundwasserstand einzubauen. 

Als Kleinkläranlage bezeichnet man Anlagen, die für die Wassermenge von höchstens 50 angeschlossen Einwohner (EW) vorgesehen sind. Für größere Kläranlagen gelten strengere gesetzliche Auflagen für die Überwachung.