Dipl.-Ing. Dagobert Baumann

Kleinkläranlagen kaufen und betreiben

Ein leicht verständlicher Ratgeber der biologischen Grundlagen
und der Anlagenvielfalt.


 

Inhaltstoffe von häuslichem Abwasser sind hauptsächlich Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphatverbindungen in einem bestimmten Verhältnis. Kohlenstoffverbindungen bilden die organische Substanz zur Ernährung der Mikroorganismen im Abwasser. Diese Organismen sind auch im frischen Abwasser enthalten. Zur Abwasserreinigung sollen sich diese Mikroorganismen massenhaft vermehren, um die Abwasserreinigung in Gang zu setzen. Durch Bakterientätigkeit lassen sich auch Stickstoff- und Phosphatverbindungen eliminieren.

Kleinkläranlagen bestehen aus einer Vorklärung, einem biologischen Teil und einer Nachklärung. In der Vorklärung werden die Grobstoffe zurückgehalten, im biologischen Teil findet die eigentliche Abwasserreinigung statt, und in der Nachklärung wird der Biomasseschlamm zurückgehalten.

Die Zusammensetzung der Abwasserinhaltstoffe verschiedenen Ursprungs unterscheiden sich voneinander, daher bilden sich im Abwasser unterschiedliche Mikroorganismen. Es versteht sich daher von selbst, dass man diese lebende Biomasse durch Einleitung von schädlichen Stoffen nicht beeinträchtigen darf. Es kommt dabei im Wesentlichen auf die Menge der eingeleiteten Schadstoffe an. Beim Einkauf von Reinigungsmitteln ist daher immer auf biologische Abbaubarkeit zu achten. Diese Artikel, in haushaltsüblichen Mengen angewendet, sind unbedenklich.

Alle biologischen und chemischen Vorgänge bei der Abwasserklärung finden auch in der freien Natur ohne menschliches Zutun statt. Mikroorganismen unterschiedlichster Art ernähren sich von den Abfällen und auch diese Mikroorganismen sind Teil einer Nahrungskette. Zum Schluss bleibt nur noch mineralisches Material übrig.

Die Natur hat bei der Entwicklung von Kläranlagen, vor etwa 130 Jahren, Pate gestanden. Die Aufgabe war, auf kleinstem Raum und in kürzester Zeit das Abwasser so zu reinigen, dass es bedenkenlos der Natur wieder zurückgegeben werden kann. Die technische Entwicklung hat auch bei Kläranlagen nicht Halt gemacht, so dass heute ausgereifte und sichere Systeme auf dem Markt sind.