Dipl.-Ing. Dagobert Baumann

Kleinkläranlagen kaufen und betreiben

Ein leicht verständlicher Ratgeber der biologischen Grundlagen
und der Anlagenvielfalt.


Das Abwasser von Haushalten besteht aus einem Gemisch aus Wasser mit unterschiedlichen Verschmutzungen. In der Regel sind dies Abwässer aus Bädern, WC, Küchen und Waschmaschinen. 

Im Vergleich zu großen kommunalen Kläranlagen reagieren Kleinkläranlagen empfindlich auf die Einleitung von schädlichen Stoffen. Bei kommunalen Kläranlagen fällt die vereinzelte Einleitung schädlicher Stoffe nicht ins Gewicht, da durch die große Wassermenge der Verdünnungsfaktor sehr hoch ist. Als schädliche Stoffe bezeichnet man gelöste Stoffe wie Putzmittel und Desinfektionsmittel, aber auch Feststoffe, die normalerweise in die Abfalltonne gehören. Im Anhang sind die wichtigsten schädlichen Stoffe aufgeführt. Liegt die Anwendung von Putz- und Desinfektionsmitteln im haushaltsüblichen Rahmen, so ist dies unproblematisch. 

Zur Anlagenbemessung wird nicht nur die angenommene Wassermenge, sondern auch die zu erwartende Schmutzfracht herangezogen. Die Schmutzfracht teilt sich auf in absetzbare und im Wasser gelöste Stoffe. Die absetzbaren Stoffe werden im Vorklärbereich der Kläranlage zurückgehalten, die gelösten Stoffe im biologischen Teil der Anlage behandelt. Erreicht die Konzentration der absetzbaren Stoffe in der Vorklärung eine festgelegte Grenze, wird mittels eines Saugwagens der Schlamm abgesaugt und zur Weiterbehandlung zur nächsten kommunalen Kläranlage gebracht. Im biologischen Bereich werden die gelösten Inhaltstoffe mittels Bakterientätigkeit soweit abgebaut, dass eine Ableitung in die Natur erfolgen kann.

Die Menge der gelösten Stoffe ist abhängig von den Lebensgewohnheiten der Bewohner. Kleinkläranlagen sind so konstruiert, dass sie diese unterschiedlichen Belastungen gut verarbeiten können, indem die Anlage durch den Wartungsdienst entsprechend eingestellt wird.