Dipl.-Ing. Dagobert Baumann

Kleinkläranlagen kaufen und betreiben

Ein leicht verständlicher Ratgeber der biologischen Grundlagen
und der Anlagenvielfalt.


Kleinkläranlagen müssen mit dem Wohnhaus über Zulaufleitungen verbunden werden. Zu beachten ist hierbei, dass diese Leitungen mit dem erforderlichen Gefälle verlegt werden müssen. Zuflüsse aus Abwasserpumpanlagen dürfen aufgrund zu hoher Wasserströme nur über einen Beruhigungsschacht in die Kläranlage eingeleitet werden.

In eine Kleinkläranlage darf nur Abwasser eingeleitet werden, das innerhalb der Haushalte anfällt. Dachabläufe, die oft an alte Klärgruben angeschlossen wurden, müssen abgetrennt werden. Diese Fremdwasserzuläufe führen zum Versagen der biologischen Leistung und zum vorzeitigen Ausfall der Maschinentechnik. In solchen Fällen wird der Hersteller meist keine Gewährleistung übernehmen.

 

Das gereinigte Abwasser kann meist mit freiem Gefälle abgeleitet werden. Das Ablaufrohr wird entweder direkt in ein Fließgewässer oder in eine Sickereinrichtung geführt. Liegt der höchstmögliche Grundwasserspiegel des Fließgewässers über dem Wasserspiegel in der Kleinkläranlage, so ist eine Rückschlagklappe im Ablaufrohr einzubauen. Gegebenenfalls sollte das gereinigte Abwasser über eine Tauchpumpe abgeleitet werden. Bei SBR-Systemen mit Tauchpumpen wird keine zusätzliche Pumpe benötigt.

Wenn das gereinigte Abwasser in den Untergrund eingeleitet werden soll, kann dies über einen Sickerschacht oder eine Untergrundverrieselung erfolgen. Beträgt der Abstand des Ablaufrohrs zum höchsten Grundwasserstand weniger als 1 Meter, kann mittels Pumpe das Wasser auch in ein höher gelegenes Verrieselungsbeet oder in eine Rigole eingeleitet werden. Um eine möglichst hohe Reduzierung der Restverschmutzung des gereinigten Abwassers zu erreichen, sollte die Einleitung in der belebten Bodenzone erfolgen. Die Höhe der belebten Bodenzone reicht bis zu einer Bodentiefe von 80 cm.