Dipl.-Ing. Dagobert Baumann

Kleinkläranlagen kaufen und betreiben

Ein leicht verständlicher Ratgeber der biologischen Grundlagen
und der Anlagenvielfalt.


Bei Kleinkläranlagen sind die Kosten für Energie, Wartung, Reparaturen und Schlamm-abfuhr als Betriebskosten anzusetzen. Da die Höhe der Betriebskosten abhängig von der Wahl des Produktes ist, sollten Sie sich vor einer Kaufentscheidung auch mit diesen Kosten befassen.

Die Kosten für Energie sind in erster Linie abhängig von der Menge der eingeleiteten Schmutzfracht. Es gibt jedoch auch systembedingte Unterschiede beim Energiebedarf. Bei der amtlichen Prüfung von Kleinkläranlagen, die zur CE-Kennzeichnung und zur Erteilung der ‚Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung’ notwendig sind, wird der Energieverbrauch gemessen und muss in den Handelspapieren angegeben werden.

Kostenunterschiede bei der Anlagenwartung sind - abgesehen von den Wartungskosten der Membranbelebung - zwischen den Systemen nicht sehr groß. Lässt man sich die Wartung von mehreren Firmen anbieten, so stellt man deutliche Unterschiede fest. Bei der Auswahl des Wartungsunternehmens sollten Sie beachten, dass eine gute Wartung ihren Preis hat. Eine gute Wartung hilft, Kosten zu sparen, da die Reparaturanfälligkeit damit verringert werden kann.

Reparaturen werden teuer, wenn der Preis der Ersatzteile hoch und die Zugänglichkeit zum defekten Teil erschwert ist. Lassen Sie sich alle Einbauteile erklären und fragen Sie nach der Zugänglichkeit im Reparaturfall.

Bei Ausfall nur einer technischen Komponente liegt eine Störung vor, die beseitigt werden muss. Die Kosten für Reparaturen erhöhen sich mit der Anzahl der technischen Komponenten. Die Anzahl von Pumpen, Tauchmotorbelüftern, Verdichtern, Magnet-ventilen und Schwimmerschaltern sind daher zu beachten.

Auch bei der Schlammabfuhr lässt sich Geld sparen. Ist eine bedarfsgerechte Abfuhr möglich, sollte die Vorklärung größer gewählt werden, damit die Abfuhrintervalle länger werden. Da manche Unternehmer eine Anfahrtspauschale verlangen, sparen Sie auch hier. Bei längerer Lagerzeit des Schlamms erfolgt eine Verdichtung, die zur Reduzierung der Schlammmenge führt. Da der Abfuhrunternehmer nach dem Volumen des Wasser-Schlammgemisches abrechnet, können Kosten gespart werden. Wirtschaftlich sind Behältergrößen, die Abfuhrintervalle von drei Jahren zulassen. Die Menge des Schlamms ist abhängig von der Menge der eingeleiteten Schmutzfracht und von der biologischen Reinigungsleistung. Je besser die Reinigungsleistung, desto größer die produzierte Schlammmenge.