Hygienisierung

Im heutigen Beitrag geht es um das Thema Hygienisierung in Kleinkläranlagen; im Detail um Membran- und UV-Module.

Wenn heutzutage von behördlicher Seite eine Kleinkläranlage „nach Stand der Technik“ gefordert wird, dann handelt es sich dabei in der Regel um eine Belebungsanlage der gängigen Ablaufklasse C; ggf. wird vereinzelt eine Ablaufklasse N oder gar D gefordert. Eine zusätzliche Hygienisierung (H) ist zumeist nur in sensiblen Umweltzonen oder Wasserschutzgebieten von Nöten.

Doch was bedeutet eigentlich „Stand der Technik“? Müssten wir nicht in den Kanon jener Behörden einsteigen, die den letzten technischen Entwicklungsstand als Standard fordern? Es sollte doch bitteschön die beste mit technischen Mitteln erreichbare Abwasserreinigung zum Einsatz kommen, oder?

Oder vielleicht sind Sie – wie wir – der Meinung, dass das Gegenteil von „gut“ häufig „gut gemeint“ ist. Eine solide Ablaufklasse C ist allemal besser als eine permanent defekte Ultrafiltration, bei der das Abwasser ungeklärt den Reaktor verlässt.

Die Königsklasse der Abwasserhygienisierung und Brauchwasserrückgewinnung in  Kleinkläranlagen bilden seit vielen Jahren die Membranbelebungsanlagen. Der Kreis der erfolgreichen Hersteller und Betreiber solcher Anlagen schrumpft allerdings kontinuierlich.

Auch wir aus dem Hause ATB hatten vor über 11 Jahren die Idee, die Ultrafiltration in einer KKA nutzbar zu machen. Dabei stellte aber schon die Auswahl geeigneter Membranmodule zum Abzug des Permeats und die daraus resultierende Entkeimung eine große Herausforderung dar.

Wie dem auch sei; nachdem die Fachhochschule OWL-Lippe mit im Boot war, entwickelte ATB basierend auf Erfahrungen mit diversen Pilot- und Testanlagen die maxipur®-Anlage, welche sich durch ihre überlegene Reinigungsleistung hervorhob – allerdings auch durch einen deutlich höheren Marktpreis als üblich und einen immens hohen Stromverbrauch. Auch erwiesen sich die Standzeiten der Membranmodule als deutlich geringer als vorhergesagt. Zu guter Letzt erwies es sich als relativ problematisch, die gebrauchten Module auf ihrem Weg zum „Refreshen“ permanent feucht zu halten. Kurz und knapp: Die maxipur®-Anlagen wollten sich einfach nicht zu einem Erfolg entwickeln.

Viele andere Hersteller haben sich auf diesem Gebiet versucht, und – wenn Sie uns diese Behauptung erlauben – fast alle haben sich eine „blutige Nase“ geholt.

Als praxistauglichere Alternative für Kleinkläranlagen hat sich die UV-Desinfektion herausgestellt. Bereits vor mehr als 10 Jahren hat ATB diese Möglichkeit in ihrem Baukastensystem zur Verfügung gestellt (Die weiteren Optionen des Baukastensystems wie Phosphatfällung, GSM-Modul etc. werden zu einem späteren Zeitpunkt Thema dieses Blogs sein).

Die einem bewährten SBR-System wie dem AQUAmax® oder dem PUROO® nachgeschaltete UV-Einheit funktioniert recht reibungslos und kann zu verträglichen Preisen angeboten werden. Natürlich ist auch hierbei der Stromverbrauch deutlich höher als bei Anlagen ohne Hygiensierungseinheit.

Nichtsdestotrotz halten wir von ATB die Kombination einer möglichst einfachen, funktionssicheren Kläranlage in Verbindung mit einem UV-Modul für die praxistauglichste Lösung.

Aber wie sinnvoll sind H+-Systeme eigentlich? Im Landkreis Kleve werden auf Betreiben der Unteren Wasserbehörde derzeit diverse Membrananlagen gegen KKA-Systeme mit Ablaufklasse N ausgetauscht. Offensichtlich solidarisiert man sich dort mit genervten Betreibern, die in der Vergangenheit durch schlecht funktionierende Anlagen genug gebeutelt wurden und deren Stromkosten exorbitant ausuferten.

Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Sind Sie vielleicht ein Freund der Membrantechnik und fragen sich, wo denn eigentlich das Problem liegt? Oder haben Sie vielleicht völlig andere Erfahrungen oder Vorlieben? Dann teilen Sie doch bitte Ihre Erfahrungen mit uns!

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